Seltsame Geschichten
Davor aber noch der Hinweis, dass ich mit zwei Mädels aus Aix (bzw. aus Berlin / Wien) in Montpellier war und da selbstverständlich ein paar Fotos hochgeladen habe.
1. Nizza, gegen 23:00 Uhr, ich sitze mit Markus und seinen Hamburger Jungs am Strand und wärme mich an unseren Getränken. Wir sehen einen kleinen Jungen, der putzig durch die Gegend hoppelt, sowie Papa und Mama, die brav hinterher watscheln und ihr Kind wieder einsammeln. Der kleine Junge löst bei uns Aufmerksamkeit aus, als er einen Meter von uns entfernt rumhoppelt, der Papa kommt, nimmt das Kind in den Arm, lächelt und spricht uns an: "Bonjour, ah, where are you from?" - "Allemagne" - "Ah très bien; you want speed, haschisch, cocaine?" Große Augen unsererseits. Markus kontert "No thank you, we don't smoke cocaine", was der Dealerpapa allerdings missversteht und hartnäckiger wird. "I have very good cocaine, I give you just a bit to try, just a bit, try it!" Nun, irgendwann sind wir ihn dann losgeworden. Armes Kind.
2. Marseille, gegen 22:30 Uhr, in der "Bar du Champ de Mars" am Kickertisch. Wir haben gerade 50 cent in den Kicker geworfen, um uns eine Klatsche von ein paar ansässigen Ballakrobaten zu holen. Ich hinten, Schuss mit dem rechten Verteidiger, bums, Tor - aber huch, was macht der uns gegenüberstehende Franzose - greift so blitzschnell wie ich schieße in sein Tor, und holt den Ball wieder raus. Aha, "Schön", denke ich mir, "der will wohl Bälle sparen." Ich denke mir nichts Böses und schiebe das kleine Steinchen zu meiner linken eins weiter, um meinem Team ein Tor anrechnen zu lassen, doch der Franzose fordert mich lautstark auf, eben das rückgängig zu machen. "Wenn ich den Ball aus dem Tor wieder raushole, zählt das Tor nicht." - "Watt? Spielen wir hier Basketball oder Kicker?!" - "Is' halt die Regel". Ne Scheissregel is' dat! Nunja, Spiel geht weiter, Franzose am Ball, versenkt mit einem Mörderschuss den Ball in meinem Tor, aber mit solch roher Gewalt, dass der Ball wieder aus dem Tor ins Spielfeld zurückprallt. Ok, wird wohl als Tor gewertet. Doch da streckt dieser Schmuddeltyp seinen Arm in Richtung meiner Toranzeige, und zieht mir ganz kess ein Tor ab, während er sich eins hinzufügt. Ja ich versteh schon, "wieder eine eurer bescheuerten Regeln".
3. Montpellier, gegen 15:30 Uhr. Trotz eines "Nicht-Picknicken"-Schilds wählen Karin, Jule und ich den Botanischen Garten von Montpellier, um unsere Honigmelone zu verzehren. Wir stoßen nach einigem Laufen auf eine leckere Wiese, die allerdings von sehr vielen französisch und englisch-sprachigen "Keep off the grass"-Schildern, aber ebenso von mehreren Franzosen, die sich wohl für Schilder nicht sonderlich interessieren, übersäht ist. Wir beschließen also, es den Franzosen gleich zu tun, machen es uns gemütlich und schlemmen an unserer Melone. Nun, leider kommen nach einer halben Stunde zwei adrett gekleidete Polizisten auf uns zu, und sprechen uns (auf französisch) an: "Bonjour, haben Sie die Schilder nicht gesehen, das Sitzen auf der Wiese ist verboten. Leider müssen sie nun eine Strafe von 25 Euro entrichten." Was? Wir diskutieren und glauben nicht, dass er das ernst meinen kann. Die anderen Franzosen auf der Wiese haben inzwischen bereits die Flucht ergriffen. Der immer noch adrett gekleidete Polizist holt unbeirrt von unseren Interventionen seinen Strafzettel heraus und kritzelt irgendwas drauf. Da wir aber glücklicherweise schon gepackt sind, verständigen wir uns auf deutsch und nehmen die Beine in die Hand, der Polizist ruft uns noch ein paar Sachen hinterher, aber die Verfolgung nehmen sie wohl nicht auf. Ich hoffe, die Fahndungsplakate mit unseren Fotos sind bis zu meinem nächsten Montpellierbesuch entfernt.
4. Marseille, gegen 17:45 Uhr. Ich schlendere ein paar Meter aus meiner Wohnung zum Einkaufszentrum und komme dabei wie immer über einen größeren (nicht zu vergessen hässlichen und dreckigen) Platz, dessen Flanke ein mindestens 20-stöckiges Wohnhaus schmückt. Ich schlendere also an nichts Böses denkend diesen Platz entlang, als plötzlich 2m rechts vorne neben mir eine volle Bierdose frontal auf den Boden aufschlägt, mit einer solchen Wucht, dass sie fast zerplatzt. Ich schaue irritiert nach oben, entdecke aber den Bierdosenwerfer nicht. Während zwei Leute in meiner unmittelbaren Nähe ebenso verdutzt dreinschauen wie ich, kommt der obligatorische alte Mann vorbei, verzerrt sein Gesicht zu einer drei Zähne beherbergenden Fratze und krächzt: "Hehe, ca c'est Marseille ca! C'est Marseille ca!" (zu deutsch: "Haha, das ist halt Marseille!") Ich mag ja Bier. Aber ich kann mir sicherlich einen schöneren Tod vorstellen, als von einer vollen Bierdose erschlagen zu werden.
So - welche ist geflunkert?






Lukacz schrieb:
15.06.2007, um 14:59 [ antworten ]
ach, jetzt gehts doch?
nagut, dann versuch ichs nochmal:
"die Zwei! datt klingt zusehr nach deutschen Ordnungsämtlern ^^
man man, son Auslandsaufenthalt scheint ja echt gefährlich, am besten man bleibt schön zu Haus in Deutschland...
Achja, mit meinem Madridsemester nächstet Jahr steht übrigens!"
Lukacz schrieb:
15.06.2007, um 14:58 [ antworten ]
würd ja gern was schreiben, aber der Antispamfilter akzeptiert nix