Episode III - Einweihungsmarathon & weitere Reflektionen über le travail français
Abgesehen von mir und Markus haben auch noch drei andere ein neues Heim in Marseille gefunden: Mateusz und Dimitri, der Pole und der Ukrainer, die ich im Wohnheim kennengelernt haben, wohnen jetzt zusammen in einem Appartement ca. 20 Minuten Fußmarsch von mir entfernt.Und zum anderen wohnt ein weiterer Sebastian, seines Zeichens Physiker und Doktorand in Luminy, 5 Minuten von mir entfernt. Dieser hat auch etwas schier unglaubliches bewerkstelligt, nämlich einen Carrefour ausgemacht, der Erdinger verkauft!!! Gestern haben wir also ein erstes kleines Weißbierantrinken in seiner Wohnung gemacht, er wohnt in einer Fünfer-WG mit einer weiteren Deutschen, einer Chilenin, einem Franzosen sowie einer Mexikanerin. Jene Mexikanerin gesellte sich mit ihrem Besuch aus Mexiko dann ebenfalls zu unserer kleinen Runde, bestehend aus den beiden Sebastians, Mariusz und seiner Freundin Ilona, die gerade zu Besuch ist, sowie meinem Lieblingsmadegassen Benjamin. Etwas angebrütet zog unser Trupp dann schließlich gegen halb 11 weiter zu Mateusz und Dimitri, um dort noch etwas Verwüstung anzurichten.
Die Frage aus der letzten Episode war selbstverständlich auch an diesem Abend ein großes Thema. Mariusz, leider nicht sonderlich firm in der französischen Sprache, hielt z.B. aus empirisch an seinem Arbeitsplatz gewonnen Wissen bisher die Wörter "travail" (Arbeit) und "café" für Synonyme! Auch Mateusz bekräftigte das, indem er den Verlauf eines durchschnittlichen Arbeitstages skizzierte; wir nennen seine Kollegen in folgendem Dialog einfach mal völlig fiktiv Jean-Luc und Jean-Jaques:
10 Uhr
Jean-Luc: "Ohje, wir haben noch so unglaublich viel Arbeit."
Jean-Jaques: "Ja, in der Tat, ich weiß gar nicht, wie wir das alles schaffen sollen..."
Jean-Luc: "Ja, schlimm schlimm, wir müssen wirklich langsam mal anklotzen."
Jean-Jaques: "Du hast recht! Wir müssen den Haufen Arbeit hinter uns bringen, wir haben ja nicht mehr viel Zeit!"
Jean-Luc: "OK! Hm... Café?"
Jean-Jaques: "Alles klar!"
12 Uhr
Jean-Luc: "So, jetzt müssen wir uns aber langsam mal an die Arbeit machen!"
Jean-Jaques: "Ja, in der Tat. Ach Mist, schau, es ist schon Mittagspause!"
Jean-Luc: "Wirklich? Oh, na dann lass uns essen gehen!"
Den weiteren Verlauf des Tages brauche ich wohl nicht weiter auszuführen.
Mariusz schloss die Synonymität von "travail" und "café" aus der Tatsache, dass es ebenfalls seit September letzten Jahres einen weiteren Doktoranden (ich nenne ihn der Einfachheit halber fiktiv "Jean-Marie") an seinem Institut gibt. Nun, wie üblich hat jeder einen Computerarbeitsplatz, aber seltsamerweise ist Jean-Maries Computer nie an. Mariusz brannte darauf zu erfahren warum. Die Antwort: Jean-Marie hat noch kein Betriebssystem auf dem Computer installiert. Seit September.
Desweiteren sollte Jean-Marie am letzten Sonntag einen Vortrag auf einem Kongress halten, kam jedoch am Freitag zu seinem und Mariuszs Betreuer Fabrice, denn er hatte ein kleines Problem: Er hatte noch keine Präsentation. Fabrice ist nach Mariuszs Erzählungen wohl kein waschechter Franzose, da Mariusz ihn als netten, hilfsbereiten, perfektionistischen Workoholic beschreibt. Naja, wie hätte wohl ein Doktorvater in Deutschland reagiert? Höchstwahrscheinlich wäre der Doktorand schlichtweg nicht zum Kongress gefahren. Doch was macht Fabrice? Er fängt an ihm seine Präsentation zu machen! Und der Doktorand sitzt daneben und dreht Däumchen!
Bevor ich mir den Vorwurf des Über-einen-Kamm-Scherens machen lassen muss - selbstverständlich glaube ich nicht, dass diese wenigen Episoden eine Antwort auf die behandelte Frage erlauben. Aber an jedem Klische ist halt auch etwas Wahres dran...
Die Frage aus der letzten Episode war selbstverständlich auch an diesem Abend ein großes Thema. Mariusz, leider nicht sonderlich firm in der französischen Sprache, hielt z.B. aus empirisch an seinem Arbeitsplatz gewonnen Wissen bisher die Wörter "travail" (Arbeit) und "café" für Synonyme! Auch Mateusz bekräftigte das, indem er den Verlauf eines durchschnittlichen Arbeitstages skizzierte; wir nennen seine Kollegen in folgendem Dialog einfach mal völlig fiktiv Jean-Luc und Jean-Jaques:
10 Uhr
Jean-Luc: "Ohje, wir haben noch so unglaublich viel Arbeit."
Jean-Jaques: "Ja, in der Tat, ich weiß gar nicht, wie wir das alles schaffen sollen..."
Jean-Luc: "Ja, schlimm schlimm, wir müssen wirklich langsam mal anklotzen."
Jean-Jaques: "Du hast recht! Wir müssen den Haufen Arbeit hinter uns bringen, wir haben ja nicht mehr viel Zeit!"
Jean-Luc: "OK! Hm... Café?"
Jean-Jaques: "Alles klar!"
12 Uhr
Jean-Luc: "So, jetzt müssen wir uns aber langsam mal an die Arbeit machen!"
Jean-Jaques: "Ja, in der Tat. Ach Mist, schau, es ist schon Mittagspause!"
Jean-Luc: "Wirklich? Oh, na dann lass uns essen gehen!"
Den weiteren Verlauf des Tages brauche ich wohl nicht weiter auszuführen.
Mariusz schloss die Synonymität von "travail" und "café" aus der Tatsache, dass es ebenfalls seit September letzten Jahres einen weiteren Doktoranden (ich nenne ihn der Einfachheit halber fiktiv "Jean-Marie") an seinem Institut gibt. Nun, wie üblich hat jeder einen Computerarbeitsplatz, aber seltsamerweise ist Jean-Maries Computer nie an. Mariusz brannte darauf zu erfahren warum. Die Antwort: Jean-Marie hat noch kein Betriebssystem auf dem Computer installiert. Seit September.
Desweiteren sollte Jean-Marie am letzten Sonntag einen Vortrag auf einem Kongress halten, kam jedoch am Freitag zu seinem und Mariuszs Betreuer Fabrice, denn er hatte ein kleines Problem: Er hatte noch keine Präsentation. Fabrice ist nach Mariuszs Erzählungen wohl kein waschechter Franzose, da Mariusz ihn als netten, hilfsbereiten, perfektionistischen Workoholic beschreibt. Naja, wie hätte wohl ein Doktorvater in Deutschland reagiert? Höchstwahrscheinlich wäre der Doktorand schlichtweg nicht zum Kongress gefahren. Doch was macht Fabrice? Er fängt an ihm seine Präsentation zu machen! Und der Doktorand sitzt daneben und dreht Däumchen!
Bevor ich mir den Vorwurf des Über-einen-Kamm-Scherens machen lassen muss - selbstverständlich glaube ich nicht, dass diese wenigen Episoden eine Antwort auf die behandelte Frage erlauben. Aber an jedem Klische ist halt auch etwas Wahres dran...






baschtl schrieb: Bierchen
06.05.2007, um 09:54 [ antworten ]
Hehe, ja mag was Wahres dran sein... hm, Bierchen... mmmhhh...
Dominik schrieb:
06.05.2007, um 08:46 [ antworten ]
Ersetze in dem Dialog oben Jean-Luc durch Dominik, Jean-Jaque durch Baschtl und das Wort Cafe durch das Wort Bierchen und das ganze kommt mir sehr, sehr bekannt vor...
Apropos stinkfaul, was macht eigtl. unsere Seminarausarbeitung ;-)